Mittwoch, Juli 20, 2011

Die Abgeltungssteuer – Fluch oder Segen?

by admin

Viele Menschen assoziieren mit Sparen negative Dinge. Das ist auch nicht verwunderlich, dann wenn man sich vor Augen hält was der Grund dafür ist, wird die Ursache deutlich: Sparen heißt grundsätzlich verzichten. Und das wiederum möchte niemand.

Dennoch ist es durchaus wichtig, regelmäßig zu sparen. Nur so kann man sich ohne großen Aufwand ein kleines Vermögen aufbauen. Vor allem nicht vorhersehbare aber notwendige Anschaffungen machen solch einen – wenigstens kleinen – finanziellen Rückhalt sehr wichtig. Ganz zu schweigen von der Verwirklichung lang gehegter Träume wie zum Beispiel einer Reise oder einem neuen Auto.

Doch vor allem der langfristige Vermögensaufbau ist es, der aufgrund der so genannten Abgeltungssteuer schlechter gestellt wurde. Diese ab 2009 eingeführte Ertragssteuer wird für alle Kapitalerträge erhoben und beschert allen Sparern, die in der Vergangenheit von Kursgewinnen profitiert haben, einen enormen Nachteil.

Während bis 2008 alle Kursgewinne im Rahmen von Aktien- und Fondsanlagen steuerfrei waren (Voraussetzung: 12 Monate Anlagedauer), sind es mit der Abgeltungssteuer 25% des Ertrages, die abgeführt werden müssen.

Vor allem der langfristige Vermögensaufbau wird jedoch nach wie vor vorrangig mit solchen Anlagen getätigt. Was demnach bis 2008 im Regelfall steuerfrei war, ist nun mit 25% Steuerabzug belegt. Zu den 25% Abgeltungssteuer kommt nochmals der so genannte Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5% des bereits erhobenen Steuerabzugs.

Da bei langfristigem Sparen im Wertpapierbereich auch entsprechend hohe Erträge anfallen können, handelt es sich nicht selten um empfindlich hohe Steuerabzüge.

Um die Abgeltungssteuer zu vermeiden besteht lediglich die Möglichkeit, einen so genannten Freistellungsauftrag zu stellen. Dieser erlaubt, jährlich Kapitalerträge bis zu 801 Euro bzw. 1602 Euro (Eheleute) ohne Abzug zu vereinnahmen. Um welche Art von Kapitalerträgen es sich dabei handelt, spielt hingegen keine Rolle. Bei Überschreitung des maximalen Freistellungsauftrags, wird der über die Höchstsumme gehende Betrag allerdings zwangsläufig besteuert. Anleger mit hohen Kapitaleinkünften, aber geringem bis mittleren Einkommensteuersatz sind die „Verlierer“ der eingeführten Abgeltungssteuer.

Doch gibt es auch Menschen, die profitieren? Ja. Anleger, die bisher jährlich höhere Erträge als 801 Euro bzw. 1602 Euro hatten, mussten Kursgewinne über dieser Grenze zum persönlichen Einkommensteuersatz versteuern. Da dieser bei sehr gut verdienenden Personen bis zu 45% betragen kann (Spitzensteuersatz) und mit der Abgeltungssteuer pauschal mit „nur“ 25% versteuert wird, kann sich so eine deutlich Ersparnis für diese Menschen ergeben.

 

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